Welche Neuerungen bringt 2022 für Arbeitnehmer*innen?

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Vorab eine der wichtigsten News: Die Angleichung Arbeiter*innen und Angestellte in bezug auf die Kündigungsfristen erfolgt erst per 01. Oktober 2022 und es wird einige Ausnahmen geben. Die gesetzliche Regelung legt fest, dass in den typischen Saisonbranchen auch kürzere Kündigungsfristen festgelegt werden.

Eine der Evergreens ist natürlich die Geringfügigkeitsobergrenze. Sie liegt 2022 bei:

Geringfügigkeitsgrenze ASVG485,85 €

Inwieweit die Zuverdienstgrenzen für Arbeitssuchende geändert werden, hängt vom Arbeitsministerium und vom AMS ab. Die Diskussionen wurden 2021 ja von AMS-Chef Kopf selbst losgetreten. Auf jeden Fall darf man auf die Vorschläge von Arbeitsminister Kocher gespannt sein. Es tut sich ganz sicher etwas im Bereich Arbeitslosengeld, Zuverdienst etc.

Essensgutscheine im Home Office werden von der Steuer befreit

Die Steuerbefreiung für Essensgutscheine in Höhe von 8 € gilt ab 2022 nicht mehr nur für jene Mahlzeiten, die in einer Gaststätte konsumiert werden, sondern auch für solche, die etwa ins Home Office via Lieferdienst gebracht werden. Dies ist wohl eine gute Nachricht für Dienstgeber*innen und Dienstnehmer*innen.

Die Umsatzsteuer in der Gastro wird auch wieder angepasst. Diese Steuer hat nur sehr indirekt mit den meisten Arbeitehmer*innen zu tun, aber nichtsdestotrotz sind sie betroffen. Die Umsatzsteuer in der Gastronomie wird wieder auf den Vorpandemiestand hoch gestraubt. Diese kann unter Umständen bedeuten, dass Getränke etc. in der Gastro wieder teurer werden, was sich auf die Kosten für den Mittagstisch auswirken kann.

Familienbonus und Lohnsteuer

Im Juli 2022 sinkt die 2. Stufe der Lohn- und Einkommensteuer von 35 auf 30 Prozent. Allerdings ist es für die Lohnverrechnungen ein immenser Aufwand innerhalb des Jahres umzustellen. Um also zwei unterschiedliche Steuersätze im selben Kalenderjahr zu vermeiden, beträgt die zweite Stufe im Jahr 2022 32,5 Prozent, welches den Durschnitt des alten und neuen Tarifs darstellt. Die zweite Tarifstufe wird auf Einkommen zwischen 18.000 und 35.000 Euro angewendet. Es ergibt sich daraus eine Steuerersparnis im Jahr 2022 bis zu 425 Euro und ab dem Jahr 2023 bis zu 850 Euro im Vergleich zu 2021. So zumindest die Berechnungen von Steuerkanzleien.

Familien profitieren im kommenden Jahr zudem von einer Erhöhung des “Familienbonus Plus”. Ab Juli steigt er von 1.500 Euro jährlich auf 2.000 Euro. Der Kindermehrbetrag für Geringverdiener, die keine oder nur wenig Steuern zahlen, wird von 250 auf 450 Euro jährlich erhöht. Mit Juli 2022 kommt es dann zum Einstieg in die sogenannte “Öko-Soziale-Steuerreform” und eine Bepreisung von CO2. Benzin wird teurer. Allerdings soll es ja zu Ausgleichszahlungen kommen, die je nach Wohnort sehr unterschiedlich sein können.

Arbeitnehmer*innenbeteiligungen

Arbeitgeber*innen können ab 2022 ihre Mitarbeiter*innen steuerfrei bis zu 3.000 Euro pro Jahr am Erfolg des Unternehmens beteiligen. Allerdings sind hier eine ganze Reihe an Bedingungen zu berücksichtigen.

Frühstarterbonus

Die Hacklerregelung ist (erneut) Geschichte. Es lebe der Frühstarterbonus. Die Abschläge werden wieder eingeführt (ab 01. 01. 2022). Dies bedeutet, dass Personen, die mit 62 Jahren abschlagsfrei in Pension gehen wollen, obwohl sie über 45 Dienstjahre verfügen, wieder Abschläge zahlen müssen. Allerdings soll der Frühstarterbonus die Abschläge abfedern. Auch sollen mehr Frauen in den Genuss des Frühstarterbonus kommen. Die Hacklerreglung war bisher eine weitgehend “männliche” Angelegenheit.

Der Frühstarterbonus wird an Personen ausbezahlt, die zwischen dem 15. und 20. Lebensjahr gearbeitet und Beitragsmonate erworben haben. Sie bekommen einen wertgesicherten Pensionsbonus von bis zu  60 Euro monatlich. Voraussetzung sind mindestens 25 beitragsgedeckte Arbeitsjahre. Der Frühstarterbonus wird Bestandteil der Pensionsleistung.

Voraussetzung für den Frühstarterbonus ist, dass der Pensionsleistung mindestens 300 Beitragsmonate zugrunde liegen. Außerdem müssen zumindest 12 Beitragsmonate vor dem nächsten Monatsersten nach dem 20. Geburtstag erworben worden sein.

Gesundheitsberufe . Wiederaufnahme der Registrierungspflicht

Mit Beginn der Pandemie wurde die Registrierungspflicht f+r Gesundheitsberufe vorübergehend ausgesetzt. Mit 1.1.2022 ist die Registrierung wieder Voraussetzung für die Berufsausübung.

Ausgenommen sind Berufsangehörige des gehobenen Dienstes für Gesundheits- und Krankenpflege (DGKP) sowie der Pflegeassistenzberufe (Pflegeassistent:innen und Pflegefachassistent:innen). Sie dürfen ihren Beruf bis 30. Juni 2022 auch ohne Registrierung im Gesundheitsberuferegister ausüben, wenn diese ihre Qualifikation im Ausland erworben haben und diese in Österreich anerkannt beziehungsweise nostrifiziert wurde.

Link zur Registrierung: https://gbr-online.ehealth.gv.at

Ergänzungen?

Ich hoffe, dass die Liste, die wichtigsten Themen abdeckt. Für Korrekturen, Hinweise, Ergänzungen bin ich jederzeit offen. Bitte in die Kommentare posten!

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