Wien-Wahl und Arbeitsmarkt: Welche Maßnahmen wollen die Parteien setzen?

Das Programm der SPÖ

„Wahlkampf ist Zeit fokussierter Unintelligenz. Da passieren halt gelegentlich Dinge, die nicht gescheit sind – leider auch in der eigenen Partei.“ Dieses wohl bereits legendäre Zitat stammt von Wiens Langzeitbürgermeister Michael Häupl, der 2020 zum ersten Mal seit über 20 Jahren keine Wahl mehr schlägt. Aber was sagen die Parteien abseits von Fernsehkonfrontationen und Online-Veranstaltungen wirklich zum Thema “Arbeitsmarkt” in Wien? Welche Maßnahmen wollen sie setzten? Die JOBBERIE hat sich die Wahlprogramme angeschaut und jene Punkte heraus gegriffen, die Arbeitnehmer*innen / Arbeitssuchende direkt betreffen. Wir stellen die Programme einzeln vor.

Wir beginnen mit der SPÖ. Die Bürgermeisterpartei möchte um jeden Arbeitsplatz kennen. Aber was bedeutet dies konkret? Vieles im Wahlprogramm wurde von der Stadt Wien bereits umgesetzt. Wir listen jene Punkte auf, die von der SPÖ angekündigt wurden und suchen uns die spannendsten heraus …

“um jeden Arbeitsplatz kämpfen”

Die SPÖ Wien hat folgende Schwerpunkte für Arbeitnehmer*innen und Arbeitssuchende im Programm stehen.

  • ein klares Nein zum generellen 12-Stunden-Tag
  • eine Arbeitszeitverkürzung auf 35 Stunden bei vollem Lohnausgleich.
  • Langfristig gesehen muss das Ziel die 30-Stunden-Woche sein
  • Anhebung des Arbeitslosengeldes
  • Die Einrichtung spezieller Jobbörsen für Arbeitslose ab 50 sowie die Schaffung eines eigenen Firmenawards im Rahmen der „Joboffensive 50plus“ sind anzudenken. Auf Bundesebene gibt es schon seit Jahren den NESTOR (Anm. Jobberie)
  • Unternehmen, die bewusst ältere Arbeitnehmer*innen in Form von Kündigungen oder Nichteinstellungen diskriminieren, sollen daher mit Sanktionen belegt werden.
  • Künftig soll es aber auch strengere Kontrollen zur Einhaltung des Arbeitsrechts bei Start-ups geben.
  • Alle Löhne offenlegen, damit jeder sein Gehalt mit dem der anderen vergleichen kann!
  • Für Menschen, die wegen einer körperlichen oder mentalen Einschränkung Probleme haben, am ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen, soll das Angebot von Beratung und Betreuung beim Berufseinstieg erhöht werden.
  • Das Unterstützungsangebot muss für Betroffene wie auch für Betriebe vereinfacht werden und um zusätzliche Anreize erweitert werden. So könnten beispielsweise die unterschiedlichen Fördertöpfe in einem one-stop-shop zusammengeführt werden.
  • Daneben finden sich noch etliche Punkte zur Standortoptimierung, Förderungen etc.

Zum Thema Lehre

  • Lehrlingsgarantie: Jeder Lehrling in Wien soll einen Lehrplatz erhalten – wenn notwendig im Rahmen der überbetrieblichen Lehrlingsausbildung, die aufgrund der Krise im privaten Ausbildungsbereich dringend benötigt wird. Mit dem Wiener Ausbildungspaket sorgen wir dafür, dass zusätzliche Plätze für Lehrlinge geschaffen werden.
  • Es braucht attraktivere Angebote für zukünftige Lehrlinge – so z.B. die Lehre mit Matura, die in der Arbeitszeit absolviert werden kann.
  • Ab einer bestimmten Größe soll es Betrieben in der Lehrlingsausbildung verpflichtend vorgeschrieben sein, im Verbund zusammenzuarbeiten.
  • Mit einem Lehrlingsaward sollen jene Betriebe ausgezeichnet werden, welche am meisten Lehrlinge im Verhältnis zur Betriebsgröße ausbilden.
  • Förderungen bei den Meister*innenprüfungen sind anzudenken, da diese eine finanzielle Belastung darstellen können.
  • Es braucht eine Gleichstellung formaler Bildungsabschlüsse. Der Lehrabschluss ist mit schulischen Ausbildungen gleichzustellen.

Hier der Link zum Programm der SPÖ. In unserem nächsten Beitrag schauen wir uns das Programm der derzeit zweitstärksten Partei im Wiener Landtag an, sprich der FPÖ.

Ich freue mich schon auf rege Kommentare und Feedback!


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