Was ist für Arbeitgeber*innen 2019 neu?

Das Jahr 2018 endet und daher ist es wichtig auf einige Neuerungen hinzuweisen. Die JOBBERIE präsentiert die wichtigsten gesetzlichen Neuerungen für Arbeitnehmer*innen und Arbeitgeber*innen im Jahr 2019.

News in der Personalverrechnung

Der wahrscheinlich wichtigste Punkt 2019: Die jährliche Meldung der Beitragsgrundlage wird durch die monatliche Beitragsgrundlagenmeldung (mBGM) ersetzt. Die Meldung der Beitragsgrundlagen erfolgt durch den/die Dienstgeber*in an die jeweilige Sozialversicherung.

Angeblich wird alles einfacher, da entgeltbezogene Änderungen in die monatliche Beitragsgrundlagenmeldung (mBGM) einfließen. Daher sind ab 01.01.2019 keine Änderungsmeldungen bei

  • Beitragsgruppenumstufung bzw Beitragsgruppenänderung aufgrund des Alters,
  • BV-Beitragszahlungen und
  • Änderungen des Entgelts

mehr notwendig.

Es gibt nur mehr zwei Meldungsarten: monatliche Beitragsgrundlagenmeldung + Versichertenmeldungen (z.B. Anmeldung, Änderungsmeldung). Folgende Daten sind zu melden.

  • Arbeits- oder Angestelltenverhältnis,
  • Beitragskontonummer (jeder Dienstgeber benötigt zumindest ein Beitragskonto mit einer entsprechenden Beitragskontonummer),
  • Name,
  • Versicherungsnummer bzw. Geburtsdatum,
  • Tag des Beschäftigungsbeginns,
  • ob eine Voll- oder Teilversicherung vorliegt und wann die betriebliche Mitarbeitervorsorge beginnt.

Die monatliche Meldung muss für alle Mitarbeiter*innen bis zum 15. des Folgemonats erfolgen. Passiert dies nicht werden Säumniszuschläge verrechnet und ein Beitragsgrundlagenschätzung bzw. -fortschreibung gemacht

Korrekturen der gemeldeten Beitragsgrundlagen sind sanktionslos und verzugszinsenfrei innerhalb von 12 Monaten möglich. Zudem wird es zu einer reduzierten Anmeldung vor Arbeitsantritt (inklusive Verschlankung der Abmeldung) kommen.

Es werden nur mehr die für die Versicherung unbedingt erforderliche Daten erhoben. Ebenso wird die Abmeldung verschlankt. Dies ist möglich, da notwendige zusätzliche Daten mit der ersten mBGM geliefert werden. Mit anderen Worten: An- und Abmeldung sollten noch einfacher werden, da die notwendigen Daten im Zuge der mBGM erhoben werden. Der Aufwand verschiebt sich also.

Die Anmeldung erfolgt grundsätzlich elektronisch. Zu beachten ist, dass Arbeitgeber*innen weiterhin die Pflicht haben, der zuständigen Krankenkasse jede für die Versicherung bedeutsame Änderung binnen sieben Tagen zu melden (während des Bestands der Pflichtversicherung).

Einige Zuckerln gibt es auch: Sanktionen bei zu spät gemeldeten Arbeitnehmer*innen sollen reduziert werden, etwas durch die Senkung des Beitragszuschlags in Betretungsfällen, wenn die Anmeldung nicht vor Arbeitsantritt erstattet wurde. Wie bereits bekannt werden Säumniszuschläge gedeckelt (Fünffache der täglichen Höchstbeitragsgrundlage), wobei Säumniszuschläge für verspätete Anmeldungen bei der Berechnung unberücksichtigt bleiben) verhängt. Bis 31.8.2019 werden keine Säumniszuschläge verhängt (ausgenommen Anmeldeverstöße)

Ein neues Tarifsystem ersetzt das bestehende Beitragsgruppenschema durch ein technisch neues Bausteinsystem, in dem die Beschäftigtengruppe die Basis bildet, im Rahmen derer auch Ergänzungen sowie Zu- und Abschläge berücksichtigt werden

Ein elektronisches SV-Clearingsystem (ab 1.1.2019 vollumfänglich in Betrieb) soll eine raschen, automatisierte Klärung von Unstimmigkeiten herbeiführen. Einer Quelle nach seien die Clearingfälle eigentlich eher für die Programmierer*innen der Lohnverrechnungsprogramme gedacht und nicht für die Anwender*innen. Diese Einrichtung soll zu einer Optimierung der automatisierten Prozesse führen. Diese seien zumindest gewöhnungsbedürftig.

Entgeltfortzahlung

Dieses Thema ist nicht mehr ganz so neu, sollte jedoch noch einmal erwähnt werden. Das komplexere Entgeltfortzahlungs-System der Angestellten wurde 2017 an das einfachere System der Arbeiter*innen angeglichen.

Das eigene System für Lehrlinge bleibt, die Fristen für Lehrlinge verdoppeln sich aber!

Die Änderungen gelten für Dienstverhinderungen, die in Arbeitsjahren eintreten, die nach dem 30.6.2018 begonnen haben. Sie gelten auch für Dienstverhinderungen, die zu diesem Zeitpunkt schon laufen.

Bsp: Arbeitsjahr beginnt am 1.1.2019; dauert die Dienstverhinderung von 24.12.2018 bis 3.2.2019, gilt für sie das neue Recht ab 1.1.2019.

Die genauen Infos finden Sie in unserem Beitrag aus dem letzten Jahr: 2018: Neuerungen für Arbeitnehmer*innen und im Bereich Soziales

Unfallversicherungsbeitrag

Hier konnte die Wirtschaft in einem ersten Schritt eine Senkung um 0,1% von 1,3% auf 1,2% erreichen. Die Wirtschaftskammer ist sehr erfreut über diese Senkung. Was jetzt wenig klingt, macht doch eine schöne Summe aus. Kleinvieh macht eben auch Mist. Insgesamt umfasse die minimale Senkung um 0,1 Prozent ein Volumen von rund 120 Mio Euro pro Jahr, die der Unfallversicherung fehlen.

Rot-Weiß-Rot-Karte und Mangelberufe

Das Punkteschema für “sonstige Schlüsselkräfte” wird an jenes für Fachkräfte in Mangelberufen angepasst (Umsetzung VfGH-Judikatur).

Was ist gemeint?

Die RWR-Karte regelt die Zuwanderung qualifizierter Drittstaatsangehöriger (also nicht EU-Bürger) nach Österreich nach einem Kriterienkatalog. Um eine Rot-Weiß-Rot – Karte zu erhalten, muss man eine bestimmte Mindestpunkteanzahl (z.B. für Ausbildung, Berufserfahrung, Alter, Sprachkenntnisse) erreichen. Einen Punkterechner stellt die Webseite migration.gv.at zur Verfügung.

Mangelberufliste – mit Köch*innen und regionalen “Spezialitäten”

Zusätzlich zur bundesweiten Liste gibt es auch für die Bundesländer unterschiedliche Mangelberufslisten, die sich an den regionalen Bedarf anpassen sollen. Die Bundesländer Wien und Burgenland weisen keine regionale Liste auf. Mehr Infos zum Thema Mangelberufliste finden Sie in unserem Beitrag: Köch*innen nun auch Mangelberuf

Das Kontigent der RWR-Karten für die regionalen Listen wird auf 300 Plätze beschränkt.

Fehlt etwas? Oder ist etwas unklar (dargestellt)?

Dies ist nun ein erster Überblick über die (gesetzlichen) Änderungen, die Arbeitgeber*innen betreffen. Sollte etwas fehlen oder unklar dargestellt sein, bitte einfach posten und kommentieren. Ich freue mich! Ansonsten wünsche ich allen einen guten Rutsch ins neue Jahr 2019!

 

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