Unternehmerische Solidarität statt Corona-Hysterie

Anfang der Woche war es soweit. Das Kultur- und Sportleben in Österreich wurde mit einem Schlag auf ein Minimum reduziert. Nicht nur die großen Staatstheater schlossen ihre Pforten, sondern auch viele kleine Veranstalter sagten Events ab, obwohl ja Indoor-Veranstaltungen mit bis zu 100 Menschen durchaus stattfinden konnten und vorläufig nachwievor können.

Während Bundeskanzler Sebastian Kurz Überbrückungskredite und Kurzarbeit für die Wirtschaft in Aussicht stellte, wurden für den Kultur- und den Sportbereich von Regierungsseite wenig verlautbart.

Forderungen nach Unterstützung

Zwar werden Forderungen von unterschiedlicher Seite gestellt, aber konkrete Ideen, die vielleicht gleich greifen könnten, sind wenige dabei. Zwar können EPU’s (und viele Kunst- und Kulturschaffende sowie Veranstaltungsarbeiter*innen sind Einzelunternehmer*innen) um Stundungen bei Steuern und SVS ansuchen. Aber das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein.

So fordert Sepp Schellhorn von den NEOS, dass “vor allem die Kulturschaffenden und kleineren Kulturbetriebe jede Unterstützung, die sie bekommen können. [bräuchten].” In einer Presseaussendung heißt es weiter: „Hier trifft es eine ganze – ohnehin oftmals schon sehr prekäre – Branche, mit vielen Betrieben, Selbstständigen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der von uns vorgeschlagene Rettungsschirm für Klein- und Mittelbetriebe muss natürlich auch über ihnen aufgespannt werden“, sagt Schellhorn. „Und ich schließe mich der Forderung von Gerhard Ruiss an, dass wir einen Krisengipfel im Kunst- und Kulturbereich brauchen, um mit einem kühlen Kopf rasch sinnvolle Maßnahmen zu finden und zu setzen.“
(OTS0104, 11. März 2020, 12:29)

Auch Wirtschaftsministerin Margarete Schramböck meinte auf Puls4 am 13. 03. 2020, dass Künstler*innen ja EPU’s mit besonderem Status seien und man sie nicht vergessen würde.

Besondere Situation der Kunst- und Eventbranche

Was besonders an der Situation von Kunstschaffenden ist, wird von Gewerkschaftsseite auf den Punkt gebracht: “Gerade der Kunst- und Kulturbereich kann nicht mit anderen Branchen verglichen werden. Denn Vorstellungen, die jetzt nicht stattfinden, können nach der Krise nicht dazwischen eingeschoben werden. „Weg ist weg. Keine Vorstellung, keine Gage“, sagt Thomas Dürrer, ÖGB-Bundessekretär. Er warnt auch vor massiven Einsparungen, wenn die Krise einmal überwunden ist. Dürrer: „Die Veranstalter kommen in massive Budgetnot – und dann vermutlich auf die Idee, noch weiter beim Personal einzusparen. Das darf nicht passieren!“ (OTS Aussendung OTS0058, 11. März 2020)

Bild von Vektor Kunst auf Pixabay
Keep calm!

Hilfe zur Selbsthilfe

In puncto Personal versucht die Plattform mit dem etwas sperrigen Titel ” Unternehmen gegen wirtschaftl. COVID-19-Folgen” andere Wege zu gehen. Hinter der Initiative steht der Linzer Einzelunternehmer Alexander Ecker. Ecker ist nahe dran am Event- und Veranstaltungsmanagement. Er gründete sein Unternehmen 2018. Mit dem Motto “Coop.eration instead of competition” arbeitet er mit unterschiedlichen Partner*innen bei Events aus allen Bereichen – vor allem im Personalbereich. Sei es die Energiesparmesse in Wels oder bei Fußballspielen des LASK, Konzerten à la Nova Rock etc.

Die Idee ist so einfach wie bestechend: Statt zu diskutieren, sollte man doch versuchen die zahlreichen Einzelunternehmen und zurückgestellten Mitarbeiter*innen aus und im Eventbereich in andere Bereichen unterzubringen. Cateringmitarbeiter*innen könnten in Restaurants aushelfen, Techniker*innen in verwandten Berufen etc., die selbständigen Eventmanager*innen in adäquaten Bereichen.

Ecker auf seiner Webseite: “Wir appellieren an jene Unternehmen und Personaler, die am generellen Fachkräfte- und Personalmangel leiden, diese Situation wahrzunehmen und den Mangel vorübergehend zu kompensieren. Den betroffenen Unternehmern (vorwiegend aus der Eventbranche) wird somit eine vorübergehende Eingliederung ermöglicht und beide Seiten profitieren von der Zusammenarbeit. Hunderte Fachkräfte stehen Ihnen aktuell (für ca. 2-3 Monate) zur Verfügung!” (https://ene-coop.com/covid-19/). Alexander Ecker steht bereits mit anderen Unternehmen im Kontakt. Der persönliche finanzielle Umsatz steht bei seinen Bemühungen nicht im Vordergrund.

Die Idee ist auf den ersten Blick spannend und effektiv. Allerdings geht die Initiative von einer Prämisse aus: Es werden andere wirtschaftliche Bereiche “normal” weiter arbeiten. Diese Prämisse ist nicht garantiert. So wie es aussieht, werden weitere Schließungen kommen und andere Wirtschaftsbereiche die Arbeit einstellen (müssen).

Fest steht, dass alle zusammenrücken müssen, damit es nicht zu einem medizinischen Engpass kommt. Und diese Prämisse ist unumgänglich.


Link: https://ene-coop.com/covid-19/







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