So überleben Sie das Home-Office

Oder: Sechs perfekte Strategien für den optimalen Home-Office-Einsatz fernab von Ablenkungen und Aufschieberitis

Es ist schon interessant. Ein Virus beschleunigt einen Arbeitstrend, der bisher mehr oder weniger nur großen Konzernen mit zu geringer (gewollter) Bürokapazität vorenthalten war.

Viele trifft das Home-Office oder Teleworking jedoch unvorbereitet. Die JOBBERIE hat einige Tipps und Literaturempfehlungen zusammen gestellt, damit das Home-Office zum produktiven Abenteuer und nicht zum persönlichen Alptraum wird.

(1) Fangen Sie bei sich selbst an: Wie ist Ihr Arbeitsstil?

“My Home is My Castle” – Mein Heim ist meine Burg. Zuhause haben Sie natürlich viele Freiheiten. Diese Freiheiten können z.B. sehr schnell zu einer Aufschieberitis führen. Fragen Sie sich also selbst, wann und wie Sie am besten arbeiten und versuchen Sie Ihren Arbeitsstil aus dem Büro in das eigene traute Heim zu übertragen.

(2) Behalten Sie Ihre Routinen aus der Arbeit bei

Für mich gilt: Ich setze mich ausgehfertig an den Schreibtisch und trinke um 8 Uhr meinen Kaffee. Ich lege mir die gleichen Utensilien zurecht, die ich auch im Büro benutze (Notizblock, Kugelschreiber, Taschenrechner, PC). Ich esse zur selben Zeit zu Mittag. Auch die Arbeitsschritte sind dieselben wie im Büro. Administratives kommt bei mir in der Früh – so auch zu Hause.

Natürlich hat jede*r einen anderen Arbeitsstil. Versuchen Sie möglichst viele Arbeitsroutinen und Rituale auch im Home-Office beizubehalten – das steigert die Effizienz.

(3) Richten Sie Ihren Arbeitsplatz gut ein

Abgesehen von den technischen Anforderungen (funktioniert die Remote-Schaltung wirklich … ist der Drucker korrekt eingerichtet) ist die Einrichtung des eigenen Arbeitsplatzes das A und O.

Die Möglichkeiten der Gestaltung sind so vielfältig wie Sie selbst und Ihre Wohnung. Allerdings sind ein paar Tipps auch in diesem Punkt sicher sinnvoll. Schaffen Sie sich ausreichend Platz, so dass Sie Ihren PC und Ihre Aufzeichnungen auch mal liegen lassen können.

Da Sie zuhause nicht ihre Kolleg*innen, sondern Ihre Familie um sich herum haben, sollten Sie daran denken, Ihren Tag so zu organisieren, dass Sie möglichst friktionsfrei durch den Tag kommen. So kann das Festlegen von störungsfreien Zeiten wahre Wunder vollbringen. Auch ein “Bitte nicht stören”-Schild kann unglaublich hilfreich sein.

Halten Sie sich an einen Zeitplan. Wenn Sie normalerweise um 8.00 Uhr beginnen, dann sollten Sie dies auch zu Hause beibehalten. Der Reiz ist zwar groß, länger im warmen Bett liegen bleiben zu können; aber damit machen Sie unter Umständen schon den ersten Fehler.

Sollte Ihr Remotesystem nicht automatisch mit einer Zeiterfassung versehen sein, sollten Sie ihre Arbeitszeiten auch aufschreiben.

(4) Nehmen Sie Ihre Familie / Mitbewohner*innen an Bord

Ihre Mitbewohner*innen und Familienangehörigen sind nur bedingt mit Ihrer Arbeit(sweise) vertraut. Sie wissen vielleicht grob was Sie arbeiten, kennen jedoch Ihre Abläufe und Marotten aus dem Büro wahrscheinlich nicht. Daher ist ein “Onboarding” ihrer Mitbewohner*innen wichtig.

Auf ORF Online war zu lesen, dass Georg Psota, Chefarzt bei Psychosoziale Dienste Wien, empfehle, einen strengen Tagesplan für sich und die anderen Mitglieder im Haushalt zu entwickeln: „Dass man miteinander an einer bestimmten Tagesstruktur arbeitet, dass man Zeiten entwickelt, wo man zusammen ist oder auch allein ist.“ Bei Kindern sei das natürlich schwieriger. Aber auch hier sollten Zeiten eingehalten werden. (Quelle: ORF Online)

(5) Bewusste Pausen während des Arbeitszeit zu Hause

Nur weil Sie keinen Pausenraum oder keine Kantine haben in der Sie mit ihren Kolleg*innen zusammen sitzen können, sollten Sie Ihre Pausen nicht vernachlässigen – und mit Pausen meine ich jetzt nicht, eine Lerneinheit mit Ihrem Kind durchzunehmen oder die Wäsche aufzuhängen. Sollten Sie z.B. rauchen, gehen Sie bewusst in den Hof oder in den Garten (in Corona-Zeiten natürlich alleine).

Sind Sie es gewohnt um 10.30 Uhr einen Kaffee und ein Kipferl zu sich zu nehmen, dann tun Sie das auch bitte zuhause. Sie erinnern sich? Ja. Genau. Routinen sollen beibehalten werden.

Wenn Sie zu Hause arbeiten, können zwei Gefühle entstehen, die durchaus Risiken inne haben. Einerseits kann sich schnell eine “Always-Online”-Mentalität einstellen, andererseits fühlen sich viele Mitarbeiter*innen zu Multitasking berufen (Kinder betreuen und gleichzeitig einen Report schreiben). Dadurch kann ein gewisser Stress entstehen, der gerade in einer Ausnahmesituation wie der COVID-19-Pandemie vermieden werden soll.

(6) Vergessen Sie nicht mit den Kolleg*innen zu kommunizieren

In Zeiten des Home-Office arbeitet man gerne vor sich hin. Der Austausch mit Kolleg*innen wird auf das Notwendigste reduziert. Achten Sie darauf, dass die Kommunikation aufrecht bleibt. Verhalten Sie sich nicht zu passiv. Nur weil Sie nicht dasselbe Büro teilen und weil Ihr Kollege oder Ihre Kollegin – so wie Sie – zuhause ist, bedeutet dies nicht, dass Sie Ihn oder Sie nicht stören dürfen. Das Problem ist, dass man Arbeitskolleg*innen in ihren eigenen vier Wänden ungern mit Arbeit belästigt. Und im Normalfall ist das gut so. Aber denken Sie daran, dass beim Teleworking das Zuhause ein Arbeitsplatz ist.


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