Rund um die Personaldienstleistung / Zeitarbeit

Das Lock-Down oder Lockdown, wie man die aktuelle Sperrungen zur Eindämmung von COVID-19 mediengerecht nennt, führt zu besonderen Belastungen im Gesundheitswesen, im privaten Bereich und in der Wirtschaft.

Die Arbeitslosigkeit schnellte in Österreich innerhalb von 14 Tagen auf einen Stand, der selbst die Finanzkrise von 2008 in den Schatten stellt.

Die Zeitarbeit- und Personaldienstleistung ist ein Bereich, der bei derartigen Veränderungen in der Wirtschaft oft schnell reagieren muss. Allerdings konnten durch die Kurzarbeit viele Mitarbeiter*innen aufgefangen werden.


Die Zahlen

Die Top-5-Berufsfelder (nach Arbeitssuchenden) sind folgende:

Gastronomie62182
Vermittlung und Überlassung v. Arbeitskräften45327
Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)40944
Sonstige40574
Beherbergung35491

Die Zeitarbeit befindet sich hier mit einigem Abstand auf Platz 2. Das bedeutet jedoch nicht, dass die Arbeitskräfteüberlassung den Lockdown nutzte, um Mitarbeiter*innen zu kündigen oder abzumelden. Wenn man sich die Statistik ansieht, wird dies bestätigt. Bei den Neuzugängen liegt die “AKÜ” nur auf Platz 5.

Gastronomie40108
Beherbergung28340
Sonstige28294
Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)15959
Vermittlung und Überlassung v. Arbeitskräften14615

Interessant sind dann auch noch die “Abgänge” – sprich jene Personen, die das AMS-System verlassen haben. Hier zeigt sich, wie “dynamisch” die Arbeitskräfteüberlassung ist. Fast 6000 Personen wurden wieder aus dem AMS-System abgemeldet – wahrscheinlich die meisten mit einer Arbeitsaufnahme und wahrscheinlich vor dem 16. März 2020.

Vorbereitende Baustellenarbeiten,
Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe
8933
Einzelhandel (ohne Handel mit Kraftfahrzeugen)6108
Vermittlung und Überlassung v. Arbeitskräften5880
Hochbau4839
Gastronomie4519

Die Zahlen stammen aus dem BALI Informationssystem des Sozialministeriums. Sie belegen, dass die Arbeitslosigkeit bereits vor dem Lockdown saisonbedingt recht hoch war.

Kurzarbeit

Das Mittel der Kurzarbeit wurde gut angenommen. Laut Arbeitsministerin Aschbacher (ÖVP) gab es 12.596 Kurzarbeitsanträge – damit wären ca. 250.000 Mitarbeiter*innen demnächt in Kurzarbeit. Nicht auszudenken, wenn das Mittel der Corona-Kurzarbeit aus dem Boden gestampft worden wäre. Die Arbeitslosigkeit wäre deutlich höher.

Während die Industrie bereits mit Kurzarbeit Erfahrung hat, setzten auch der Dienstleistungssektor und der Handel stark oder stärker auf die Kurzarbeit. Die Gastronomie würde jedoch weniger die Möglichkeit nachfragen. (Quelle: Der Standard)

Auch die Personaldienstleistung nutzt das Mittel der Kurzarbeit

Die Gewerkschaft lobt, dass Zeitarbeitsunternehmen auf Kurzarbeit setz(t)en. Dies ist bemerkenswert, da die Gewerkschaften nicht unbedingt als Freunde der AKÜ bekannt sind. PROGE-Chef Wimmer: “Weiters kann ein Zeitarbeitsunternehmen selbst Kurzarbeit beantragen und so den Menschen ein Stück weit Sicherheit und Zukunftsoptimismus geben. So geschehen beim oberösterreichischen Arbeitskräfteüberlasser TTI Austria, der für rund 2.500 ZeitarbeitnehmerInnen und MitarbeiterInnen Kurzarbeit beantragt hat.”

Auch andere Personaldienstleister haben auf Kurzarbeit umgestellt und versuchen so, Mitarbeiter*innen zu halten.

Achtung: Wie Kurzarbeit in der Arbeitskräfteüberlassung funktioniert lesen Sie hier:

https://www.wko.at/branchen/gewerbe-handwerk/gewerbliche-dienstleister/covid-19-kurzarbeit-faq-fuer-arbeitskraefteueberlasser.html

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Seite verwendet Cookies, um die Nutzerfreundlichkeit zu verbessern. Mit der weiteren Verwendung stimmen Sie zu! Datenschutzerklärung