Rote Nase und schräger Hut – Verkleiden am Arbeitsplatz

Die heiße Phase der 5. Jahreszeit greift um sich. Mit dem heutigen 20. Februar findet nicht nur der Opernball in Wien, sondern auch in vielen Regionen der sogenannte Weiberfasching oder die Weiberfastnacht statt. An diesem Tag finden zahlreiche Bräuche und Feiern vor allem im deutschen Rheinland, aber auch im Alemannischen statt. Laut Wikipedia:

“Gemein ist allen Bräuchen zur Weiberfastnacht, dass den Frauen für einen Tag die Macht zugestanden wird. Diese Idee, dass an einem Tag in der Fastnacht den Frauen das Regiment überlassen wird, gibt es seit dem Mittelalter.”

Wikipedia

In vielen Betrieben ist der Faschingsdienstag der “Hauptfeiertag”. In vielen Unternehmen nutzen Mitarbeiter*innen die Gelegenheit sich zu verkleiden und ein wenig gute Stimmung in die Firma zu bringen. Etliche Unternehmen ordnen ihren Mitarbeiter*innen auch an, dass sie sich verkleiden sollen/müssen.

Verkleiden am Arbeitsplatz: Wie sieht die rechtliche Seite aus

Die Arbeiterkammer ist relativ deutlich:

Es gibt – abgesehen von Vorschriften im Rahmen des Arbeitnehmerschutzes – keine gesetzlichen Regeln über Dienstkleidung. Die Kleidung ist allerdings nach der Rechtsprechung der Gerichte dem Arbeitsplatz und der Art des Betriebes anzupassen. Dies bedeutet, dass in Branchen, in denen ein eher förmlicheres Outfit üblich ist, eine Faschingsverkleidung nicht möglich ist. Fazit: Der Faschingsclown am Bankschalter kommt nicht gut an.

Arbeiterkammer

Wenn Sie sich also in ihrer Abteilung verkleiden wollen, sollten Sie sich vorher mit dem Betriebsrat oder der Firmenleitung in Verbindung setzen und nachfragen. In diesem Fall ist Vorsicht absolut geboten.

Jobberie Fasching Verkleiden
Fasching. Verkleidung in der Firma.

Dürfen Verkleidungen angeordnet werden

An und für sich nicht. Auch hier ist die Arbeiterkammer relativ deutlich. Verkleidungen können nur individuell mit den Mitarbeiter*innen vereinbart werden, darf jedoch nicht entwürdigend oder lächerlich sein.

In bestimmten Fällen kann jedoch eine Faschingsverkleidung angeordnett werden.

  1. Der/die Mitarbeiter*in wurde eigens für ein Faschingsevent aufgenommen (Gastronomie, Promotionaktionen).
  2. Die Mitarbeiter*innen arbeiten in einem einschlägigen Geschäft: Kostümverleih, Scherzartikelhandel

Das Thema Gruppendynamik ist natürlich nicht außer Acht lassen. Wenn sich all Kolleg*innen in der Filiale und in der Abteilung verkleiden, sollten Sie überlegen, ob Sie sich nicht dazu breit schlagen lassen, mindestens eine rote Nase oder ein Hütchen aufzusetzen.


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