Rekrutieren ohne Inserat

“Post and pray” – also das Schalten eines Inserats auf einer Jobplattform oder in einer Zeitung funktioniert immer weniger. Die Unternehmen müssen sich neue Konzepte einfallen lassen, um an geeignete Mitarbeiter*innen zu kommen. Und es gibt sie..-.die Möglichkeiten abseits der klassischen Anzeige auf Mitarbeiter*innensuche zu gehen. Einige Beispiele gefällig? Aber gern.

Seit einigen Tagen bekomme ich auf Youtube immer wieder Werbung von der Österreichischen Post. Meist erzählt ein Mitarbeiter oder einer Mitarbeiterin über ihren Job … das Spannende aus Unternehmenssicht ist, dass die User*innen diese Clips nicht einfach wegklicken können. Die Österreichische Post nutzt diesen Umstand um potenzielle Bewerber*innen anzusprechen. Die Clips sind ganz nach dem Prinzip des Storytellings aufgebaut. Erst ganz zum Schluss wird man aufgefordert sich zu bewerben. Die Videos sind so kurz gehalten, dass man gerne bis zum Schluss dran bleibt und nicht etwa nach 5 Sekunden wegklickt (Minimaldauer). Die Werber*innen setzen bewusst auf “Authenzität” (Dialekt, offenbar echte Mitarbeiter*innen) etc. Ein wichtiges Thema ist natürlich die Work-Life-Balance, aber auch der Zusammenhalt und die Entwicklungsmöglichkeiten. Dies ist auch notwendig, da der Beruf des Zustellers oder der Zustellerin alles andere als “easy” ist… Aber sehen Sie selbst!

Natürlich ist diese Form der Werbung aufwändig. Die Filme müssen gedreht werden. Die Kosten sind nicht ohne. Allerdings kann man diese Form der Werbung auch steuern – und zwar nach Zielgruppe, Alter etc. Ich bin mir ziemlich sicher, dass die Videos der Post nur Menschen vorgeführt werden, die eine IP-Adresse aus Österreich haben.

Eine günstigere Alternative präsentiert das Sicherheitsunternehmen G4S. Neben Inseraten und Social Media Schaltungen setzt man auch auf die eigenen Einsatzfahrzeuge, die natürlich ein toller Träger für Werbung sind. Der Vorteil ist, dass diese Form der Werbung für das eigene Unternehmen relativ günstig ist. Der Nachteil: Es ist relativ schwer die Wirksamkeit der Maßnahme zu messen.

Einsatzfahrzeug g4s.at

Das Sicherheitsunternehmen spielt gezielt auf den Veränderungswunsch und die Unzufriedenheit vieler Mitarbeiter*innen an. Dies ist sehr spannend, da die Arbeitszufriedenheit in Österreich sehr hoch ist – und das unabhängig davon, welche Studie oder Umfrage Sie nehmen (AK, Umfrage durch hokify, willhaben etc.) Natürlich sind die Umfragen im Detail sehr unterschiedlich gewichtet und nicht immer repräsentativ. Sie zielen auf verschiedene Aspekte der “Arbeitszufriedenheit” ab. Aber insgesamt scheinen Herr und Frau Österreicher doch eher zufrieden mit ihren Jobs zu sein, was meine eigene kleine Umfrage auf Facebook in gewisser Weise bestätigte. Daher finde ich die Idee, dass das Unternehmen sich bewusst an Wechselwillige wendet nicht unspannend.

Als drittes Beispiel möchte ich die Accor-Hotel-Gruppe erwähnen. In diesem Fall geht es um die breite Streuung. Die Hotelgruppe nutzte vor allem die U1-Passage am Hauptbahnhof für eine überdimensionale Stellenanzeige. Dies aus gutem Grund: (1) Die Gruppe hat neue Hotels direkt am Hauptbahnhof gebaut. (2) Mehr als 45.000 Personen sind täglich im Verbindungstunnel zwischen der U1 und dem Eingang zum Hauptbahnhof Wien unterwegs – daher ist es sinnvoll einen Recruitingaufruf dort zu platzieren. Die Werbebotschaft ist ja eine doppelte: Liebe Gäste seht her uns gibt es bald als Hotel und wir suchen auch noch Mitarbeiter*innen.

Vielleicht erinnern sich noch einige dran!

Dies sind drei unterschiedliche Zugänge von österreichischen Unternehmen .Welche Beispiele fallen Ihnen ein… Posten Sie in den Kommentaren… Wir freuen uns

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