Recruiting mit Jodel

jodel jobberie

Jodel ist eine witzige App. Im Unterschied zu anderen Social Media Plattformen verzichtet Jodel auf Profile, langwierige Selbstdarstellungen etc. Sie ist ausschließlich anonym. Gegründet wurde sie 2014 in Berlin. Ein wenig könnte man Jodel mit Twitter vergleichen – allerdings anonym. Die Posts / Jodel werden ausschließich von User*innen, die sich in der Nähe befinden, gesehen, gelikt oder kommentiert. Das macht Jodel relativ speziell. Es gilt nur der Beitrag und er ist nur für Menschen, die sich in der Nähe befinden sichtbar. Aus diesen Gründen bezeichnet “Jodel” sich selbst als hyperlokale Community.

Die Möglichkeit eine derartige App bei der man anonym Fotos, Beiträge und kurze Videos posten kann, die sich auf einen sehr lokalen Raum beschränken, ist doch ideal für das Recruiting von neuen Mitarbeiter*innen.

App für junge Menschen

Allerdings sollte man auch hier die Zielgruppe kennen. Jodel ist sehr studierendenlastig.

“Das wirklich Besondere an Jodel ist jedoch die Zusammensetzung der Nutzerschaft. Der Großteil – 95 Prozent – erstreckt sich über eine Altersspanne von 18 bis 26 Jahren, wobei 70 Prozent davon aus Studenten bestehen. Die Plattform birgt somit eine ungewöhnlich hohe, potenzielle Zielgruppe aus Akademikern.” Quelle

Ich selbst suchte für einen Auftraggeber Maler und Anstreicher (m/d/w). Nachdem ich die meisten Kanäle bedient hatte, versuchte ich es auch auf Jodel. Was soll schon passieren? Schnell ein Bild mit den Basicinformationen zum Job zusammen geschustert und gepostet. Da Jodel anonym bleiben soll, sind Links und E-Mails nicht unbedingt gern gesehen und man muss man den Umweg über ein Bild gehen.

Die Reaktionen waren spannend und eine ziemliche Lehre für “zielgruppengerichtetes Posten”. Das Wort “Diäten” wurde zunächst mal zerfleddert…

Aber lesen Sie selbst

screenshot jodel
Auszug aus Jodel: Thema “Suche Maler und Anstreicher m/d/w

Maler (m/d/w) – eine Genderdebatte

Aber das war noch nicht alles. Eine andere User*in fand die Geschlechtsangabe des Kurzinserats (m/d/w) – also männlich, divers, weiblich – als Diskriminierung, da “männlich” und “divers” vor “weiblich” kamen. Besagter Logik zufolge müsste eine umgedrehte Reihung (w/d/m) eine Diskriminierung der Männer implizieren wurde abgetan. Das sei, so die Userin weiter “vollkommen wurscht”, Männer könne man diskriminieren: Frauen und LGBTQ+ hätten Vorrang.

Probieren geht über studieren

Gott sei Dank ist Jodel ein schnelllebiges Medium und Diskussionen verebben relativ schnell, wenn der Beitrag in der Timeline nach unten rutscht. Gemäß meiner Devise “success is a lousy teacher” muss ich zur Kenntnis nehmen, dass Recruiting auf Jodel ein wenig mehr Kreativität und Zielgruppenfinesse braucht. Aber ich werde es sicher wieder probieren.

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