Österreichische Facharbeiter*innen erneut Weltspitze

Österreichs Spitzensportnationalmannschaften sind in vielen Fällen nicht bei WM-Endrunden vertreten. Ganz anders ist dies bei jenen Weltmeisterschaften, die dieses Jahr Ende August im russischen Kazan ausgetragen wurden. “Mittendrin statt nur dabei” könnte das inoffizielle Motto des Skillsaustria-Nationalmannschaft lauten. Und das Beste: Man konnte das Ergebnis aus dem Jahr 2017 in Abu Dhabi bei den Worldskipps noch einmal toppen.

Was sind die World Skills

WorldSkills International ist eine 1950 gegründete gemeinnützige international tätige Organisation mit Sitz in den Niederlanden. Derzeit hat WorldSkills weltweit 80 Mitgliedsländer. Alle zwei Jahre richtet WorldSkills International Berufsweltmeisterschaften in wechselnden Austragungsorten aus. Jedes WorldSkills-Mitgliedsland hat die Möglichkeit, je eine*n Teilnehmer*in bzw. ein Teilnehmer-Team pro Beruf zu entsenden. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer von WorldSkills dürfen im Wettbewerbsjahr nicht älter als 22 Jahre alt sein (Ausnahmen bis 25 Jahre).

Die 46 österreichischen Fachkräfte konnten bei den Berufsweltmeisterschaften WorldSkills in Kazan zwischen dem 22. und 27. August nicht nur aufzeigen, sondern in nicht weniger als sechs Disziplinen den Titel nach Österreich holen. Das Team verzeichnete insgesamt 12 Medaillen und 17 Medallions for Excellence (=Auszeichnung für besondere Leistungen).

Quelle: https://www.flickr.com/photos/skillsaustria/48634233173/

„12 Medaillen gehen in diesem Jahr auf das Konto der österreichischen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Österreich ist dank dieser 12 Medaillen wieder unter den Top-10 Nationen der Welt und darüber hinaus beste EU-Nation. Wir freuen uns mit unseren Fachkräften, die sich als exzellente Botschafter unserer Betriebe, unseres Wirtschaftsstandortes und unseres beruflichen Bildungssystems erwiesen haben“, betonte WKÖ-Präsident Harald Mahrer. Nun gehe es „mit voller Kraft“ in Richtung der Berufseuropameisterschaften, den EuroSkills 2020 in Graz. Die Messlatte für das Heimspiel in Österreich liegt also hoch.

Gold ins sechs Disziplinen

  • Besonders in den klassischen Gewerbeberufen sind die Österreicher*innen besonders Stark. Die Goldmedaillen gingen an Maler Stefan Planitzer aus Tamsweg in Salzburg (Malermeister Gautsch GmbH, St. Andrä im Lungau/Salzburg). Er darf sich aufgrund der höchsten Punktzahl aller österreichischen Medaillengewinner zudem „Best of Nation“ nennen. Dieses Kunststück schaffte bei den Euroskills in Göteborg im 2016 Lisa Janisch, ebenfalls eine österreichische Malerin. Sie war nicht nur “Best of Nation”, sondern “Best of Europe”.
  • Weiteres Gold ging fast schon traditionell an die beiden Betonbauer. Alexander Krutzler und Mateo Grgic aus dem steirischen Teil von Pinkafeld bzw. Wien (beide Porr AG, Wien). Traditionell deshalb, weil 2015 und 2017 diese Sparte ebenfalls von Österreich gewonnen wurde. Man kann also sagen, dass die Betonbauer den Bewerb seit Jahren dominieren.
  • Aber auch die Floristin Julia Leitgeb aus Ebersdorf in der Steiermark (Blumen Andrea, Hartberg/Steiermark), der Maschinenbautechniker Stefan Erös aus Höchst in Vorarlberg (Julius Blum GmbH, Höchst/Vorarlberg) und der Drucktechniker Christof Babinger aus Bergland in Niederösterreich (Queiser GmbH, Scheibbs/Niederösterreich) gewannen in eher klassischen Handwerken. Der Bereich Industrie 4.0. ist mittlerweile auch Gegenstand des Bewerbes. Im Future Skills Bewerb Industrie 4.0 gewann das Team von Lukas Wolf und Manuel Franz aus Lustenau und Meiningen in Vorarlberg (Julius Blum GmbH, Höchst/Vorarlberg). Eine zusätzliche Goldmedaille gab es für die beiden Vorarlberger Manuel Franz und Lukas Wolf, die die Kategorie „Industrie 4.0“ bei den erstmals ausgetragenen Future Skills für sich entscheiden konnten.
    Erfreulich ist heuer auch das Wiener Ergebnis. In den letzten Jahren ging selten eine Medaille nach Wien. Diesmal sicherte sich im neuen Bewerb “Rezeption” der Hotel-Rezeptionist Oliver Lang aus Wien-Brigittenau (Mercure Wien Zentrum) den Vizeweltmeister. Weitere Silbermedaillen gingen an: Maurer Marc Berndorfer aus Feldbach in der Steiermark (Karl Puchleitner Bau Ges.m.b.H., Feldbach/Steiermark), Metallbauer Johannes Kalß aus Altaussee in der Steiermark (AKE Ausseer Kälte- und Edelstahltechnik GmbH, Bad Mitterndorf/Steiermark) und Steinmetz Sebastian Wienerroither aus Frankenburg am Hausruck in Oberösterreich (Steinmetzmeister Rudolf Wienerroither, Frankenburg am Hausruck/Oberösterreich).
  • Last but not least gab es auch eine Bronzemedaille. Sie wurde von Julian Fink aus der Wohlfühltischlerei Knaus in Felbach/Steiermark geholt.
Quelle: https://www.flickr.com/photos/skillsaustria/48641051741/

Nicht unwichtig sei der Hinweis, dass vor zwei Jahren “lediglich” elf Medaillen erobert wurden (vier Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen). Man holte also insgesamt nicht nur eine Medaille mehr, sondern wesentlich mehr Gold- und Silbermedaillen. Ein toller Erfolg!

Link:

Skillsaustria

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