“Leiharbeit” und die Frauen

Frauentag Zeitarbeit Leiharbeit

Am internationalen Frauentag wird ein besonderes Augenmerk auf die Arbeitsmarktsituation der Frauen geworfen. Durch die Corona-Krise sind die Themen Doppel- und Dreifachbelastung wieder stark vertreten. Bereits jetzt steht schon fest: “Home Schooling” und “Home Office” sind weiblich. Dazu kommen noch die Beschäftigung in einem Teilzeitjob oder die Kurzarbeit. Aber wie sieht es im Bereich Zeitarbeit aus?

Im Jahr 2020 weist das österreichische Bundesministerium für Arbeit folgende Anzahl an unselbständig Beschäftigen für den Bereich “Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften aus:

MännerVermittlung und Überlassung v. Arbeitskräften63.496
FrauenVermittlung und Überlassung v. Arbeitskräften20.069
BaliCore abgerufen am 08. März 2021

Man braucht nicht unbedingt einen Taschenrechner um auf den ersten Blick zu erkennen, dass dreimal so viele Männer als Frauen im Bereich “Vermittlung und Überlassung von Arbeitskräften” arbeiten. Man kann es auch auf die einfache Formel reduzieren: “Zeitarbeit ist weitgehend männlich”. Aber ist das eine gute Nachricht für die erwerbstätigen Frauen?

Frauen verstärkt in atypischen Beschäftigungsverhältnissen

Frauen arbeiten deutlich mehr in atypischen Verhältnissen als Männer. Ein Blick auf die Daten der Statistik Austria genügt, um dies zu belegen. Als atypisch gelten alle Beschäftigungsformen die von der „Norm“ einer Vollzeitanstellung abweichen: Teilzeitarbeit, geringfügige Beschäftigung, Zeit- und Leiharbeit, Befristungen und Freie Dienstverträge. Also auch ein befristeteter Vollzeitvertrag gilt als atypisch.

2019 gingen rund 53% der Frauen und 16% der Männer in der Haupttätigkeit einer atypischen Beschäftigung nach. Die meisten atypischen Beschäftigungsverhältnisse bei Frauen sind jedoch “Teilzeit”. In der Zeitarbeit ist es genau anders herum. Die Männer sind hier überproportional vertreten. Dies liegt vermutlich auch an den Branchen. Zeitarbeitsunternehmen sind Partner von Produktion, Handwerk und Gewerbe. Auch werden in der Zeitarbeit deutlich weniger Teilzeitdienstverhältnisse vergeben.

Da Zeitarbeit als atypisches Dienstverhältnis gilt, verwundert es nicht, dass man kaum Forderungen nach mehr Frauen in der Zeitarbeit hört. Dabei wäre Zeitarbeit oft ein probates Mittel um nach der Karenz oder der Ausbildung Berufserfahrung zu sammeln. Inwieweit Zeitarbeit ein Vorteil für Frauen sein kann, bedarf einer gesonderten Betrachtung…

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