“Geht nicht, gibt es nicht”… Bürosprüche als Mittel der Kommunikation

“Geht nicht, gibt’s nicht” – „Nett kann ich auch, bringt aber nix“ – Vielleicht haben Sie Sprüche wie diese bereits in Ihrem Arbeitsalltag gelesen oder gehört: Sei es auf einem Kaffeebecher, einer Postkarte oder gar aus dem Munde eines Kollegen oder einer Kollegin? Mit Sicherheit!

Bürosprüche sind ein wichtiger Kommunikator am Arbeitsplatz. Sie dienen zweifellos dazu die Stimmung aufzuhellen und ein wenig Humor ins Büro zu bringen. Nur haben diese Sprüche ihre Tücken! Was für den einen witzig ist, kann für den anderen einfach nur unerträglich sein.

Lustig gemeint ist nicht immer lustig

“Neben der Frage, ob alle anderen Ihre Bürosprüche genauso witzig finden, sollten Sie einen weiteren wichtigen Punkt beachten: Wie kommen die Bürosprüche ganz unabhängig vom Humor an? Nicht darüber lachen zu können ist das eine, aber vielleicht fühlt sich ein Kollege oder sogar der Chef von den lustig gemeinten Sätzen angegriffen. Schließlich nehmen diese gerne einmal den Arbeitsplatz, die Kollegen oder Vorgesetzte direkt oder zumindest indirekt aufs Korn.” (Quelle: karrierebibel.de)

Sprüche à la “Wir sind hier bei der Arbeit und nicht auf der Flucht” sind natürlich auch in erster Linie einmal eine Selbstauskunft. Sie sagen in erster Linie also nicht unbedingt etwas über den Arbeitsplatz aus, sondern verraten sehr viel über diese Person, die einen derartigen Spruch zur Schau trägt.

“Das mag mit einem zwinkernden Auge geschehen, doch können Sie sich damit durchaus schaden. Statt einem positiven Betriebsklima, indem gemeinsam über lustige Bürosprüche gelacht wird, gibt es plötzlich Streit, Ärger oder der Chef denkt sogar, Sie würden Ihre Zeit lieber mit diversen Nebenbeschäftigungen verbringen, als Ihren eigentlichen Aufgaben nachzugehen.” (Quelle: karrierebibel.de)

Es ist also klar, dass Bürosprüche nicht nur ein beliebtes Mittel zur Auflockerung des Büroalltags sind. Sie sind auch wertvolle Hinweise für die Stimmung in der Belegschaft oder einzelner Mitarbeiter*innen. Ein Klassiker wie: „Wir sind hier auf der Arbeit, nicht auf der Flucht“ ist nicht nur ein lustiger Spruch, sondern auch ein Hinweis dafür, dass der Mitarbeiter oder die Mitarbeiterin sich nicht hetzen lassen will. Klingt banal? Mag sein. Dennoch sollten Sie die richtigen Schlüsse ziehen.

Versteckte Kritik am Vorgesetzten

Banal sind diese Sprüche vor allem dann nicht, wenn sie gehäuft vorkommen, an Orten auftauche, wo sie nicht hingehören oder sich explizit gegen die Vorgesetzten oder einzelne Mitarbeiter*innen richten. Gerade Chefs und Vorgesetzte sind das Ziel solcher Sprüche. Hier ein paar Beispiele:

  • „Unseren Chef kann man nicht beschreiben, man muss ihn erleben…“
  • „Lieber einen dicken Chef, als ein mageres Gehalt“
  • „Ein Chef, der meint, dass er für alles offen sei, kann nicht ganz dicht sein…“
  • „Manche Chefs behaupten von sich, den Ton anzugeben. Dabei machen sie nur Lärm.“
  • „Der Chef lenkt, die Angestellen lenken ein…“
  • „Irren ist menschlich, für das Chaos ist jedoch der Chef zuständig“.

Als Vorgesetzte(r) sollten Sie derartige Sprüche unbedingt zulassen. Sie sind ein ironisches Ventil Ihrer Mitarbeiter*innen um die Hierarchien ein wenig zu hinterfragen. Sie sind aber auch eine Möglichkeit für Ihre Mitarbeiter*innen indirekt Kritik zu üben.

Sprüche wie diese sind in jedem Fall lustig gemeint, können aber auch – wenn sie gehäuft im Büro auftreten – ein wichtiges Feedback sein. Vor allem der Ort ihrer Platzierung ist entscheidend. Auf der Pinwand ihres Mitarbeiter oder Ihrer Mitarbeiterin sind sie durchaus als kreative Aufmüpfigkeit zu sehen und können vielleicht Anlass für eine nette Plauderei geben. Sollte ein solcher Spruch jedoch anonym direkt auf Ihre Bürozimmertür oder auf Ihren Bildschirm platziert worden sein, gilt dies schon als starker Hinweis, dass es in der Belegschaft gärt oder zumindest ein*e Mitarbeiter*in sehr unzufrieden ist. Hören Sie sich um, informieren Sie sich und agieren Sie! Ein fauler Apfel kann den ganzen Korb verderben!

Bürosprüche als Selbstschutz in der Kommunikation
Bürosprüche als Selbstschutz!

Kritik an der Infrastruktur! Man achte auf die Zeichen!

Vermeintlich lustige Sprüche, wie die folgenden, könnten ein besonderes Indiz für die Unzufriedenheit Ihrer Mitarbeiter*innen vor allem mit der Infrastruktur sein.

  • „In den idealen Computer füttert man ein Problem hinein, und es kommt nie wieder heraus.“
  • „Das Menschliche an Computern ist ihre Gewissenlosigkeit.“
  • „Die meisten Computer funktionieren problemlos, wenn nicht die User wären…“
  • EDV-Systeme verarbeiten, womit sie gefüttert werden. Kommt Mist rein, kommt Mist raus.

Auch hier kommt es auf die Frequenz an. Auch wenn derartige Sprüche für sie manchmal blöd, unangemessen oder komisch sind, sind sie doch ein wertvoller Hinweis. Daher empfiehlt es sich nicht, Schilder oder Postkarten mit lustigen Sprüchen, private Kaffeebecher und ähnliche Dinge zu verbieten. Es könnte sein, dass Sie mit einem Verbot ein mögliches Problem am Arbeitsplatz noch verschlimmern.

Bürosprüche in den sozialen Medien

Mittlerweile hat sich das Aufhängen von „lustigen Sprüchen“, die das Arbeitsleben betreffen, jedoch stark verlagert. Dies liegt einerseits an den “shared desks”-Büros respektive an den “clean desk policies”, andererseits daran, dass die sozialen Medien viel praktischer sind als eine Pinwand. Eigene Gruppen wie https://www.facebook.com/office.pony/ bieten Nachschub, der dann gerne weiter gepostet oder per Whats app an die lieben Kolleg*innen geschickt wird. Doch auch hier gelten ein paar Regeln:

Verschicken Sie die lustigen Sprüche nicht über das Intranet oder als Massen-Whats-App über Ihr Diensthandy. Das könnte unangenehm werden.

Denken Sie daran, dass Ihre Profile in den sozialen Medien durchaus auch von Ihren Vorgesetzten / Mitarbeiter*innen eingesehen werden können . Dauerpostings von lustigen Sprüchen können da auch schon mal negativ

Somit wird das Thema Bürosprüche zwar weniger greifbar – vor allem dann wenn die Privatsphäreeinstellungen den Content schützen.

Firmen setzen Bürosprüche aktiv als “Werbemittel” ein

Ein Trend, der sich durch die sozialen Medien verbreitet hat, ist jener, dass Firmen aktiv “Bürosprüche” in ihrer Firmenkommunikation einsetzen. Dies hat natürlich auch damit zu tun, dass jede Social-Media-Communication-Strategie nach Content verlangt. So passiert es, dass Arbeitgeber*innen Bürosprüche als Teil der Online-Communication einsetzen. Meine Diensgaber, die Jobfactory Personalservice, tut dies mit sporadischen Postings. Sie unterstreichen, dass das Unternehmen Humor hat, bisweilen unkonventionell agiert und auch die “Gedanken” der Mitarbeiter*innen kennt. Es ist eine proaktive Strategie, die durchaus aufgehen kann. Dabei wird auf die Farben schwarz und gelb gesetzt, die auch im Logo vorkommen. Allerdings werden die Bürosprüche nur sporadisch eingesetzt.

Auch RenoSmart setzt auf das Mittel und postet sogar den RenoSmart Bürospruch der Woche. Der Bürosoruch ist also hier ein Kernstück der Social Media Strategie.

Der Zustelldienst webrestaurant.at & webbistro.at hat mit derartigen Sprüchen auch auf seiner Facebookseite opieriert. Allerdings nur bis Ende 2018. Offensichtlich ist man der Überzeugung gewesen, dass diese Form des Marketings nichts bringt. Also auch hier gilt. Offenbar gelten auch bei Bürosprüchen im Contentbereich die selben Regeln. Lustig gemeint ist nicht immer lustig.

Welche sind Deine / Ihre Liebelingssprüche? Wir freuen uns auf Postings in den Kommentaren…


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