Der kleine Tipp: “Wer zu früh kommt, ist ein Spr…”

Korbinian ein Chef mit Klasse Jobberie
Der kleine Tipp
Heute das Thema Timing

Oder warum es nicht so angesagt ist, bei Vorstellungsgesprächen zu früh aufzutauchen

Der deutsche Kabarettist Michael Mittermeier erzählt in unterschiedlichen Programmen und bei Interviews gerne einmal den besten “Return”, den er in 30 Jahren Bühnenauftritt von einem Veranstaltungsgast bekommen hat. Vor allem bringt er die Nummer immer dann, wenn er die unterschiedlichen Grundhaltungen in Österreich und Deutschland thematisieren will. Wir wissen ja: Nichts ist trennender als die gemeinsame Sprache. (Nummer auf Facebook – siehe Einbettung unten).

Bei einem Auftritt in Österreich (hin und wieder sagt Mittermeier, dass es in Innsbruck war) wollte er einen Zuspätkommer “klassisch deutsch dozierend von der Bühne ermahnen”: “Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben”. Die Antwort des Gastes aus der ersten Reihe war auf jeden Fall beeindruckend und nicht von schlechten Eltern. Mittermeier erntete ein staubtrockenes: “Wer zu früh kommt, ist ein Spritzer”.

Grobes Foul: Sie erscheinen zu spät

Jeder weiß, dass es inakzeptabel ist, zu spät zum Bewerbungsgespräch zu kommen. Das macht einfach einen schlechten Eindruck. Vor allem, wenn man eine geschlagene Viertelstunde oder zwanzig Minuten nach Terminbeginn am Empfang aufschlägt, ohne vorher angerufen zu haben. Eine Ausrede wie: “Ich war der letzte im Stau” oder “Parkplatzsuche” oder “I hoabs net glei gefunden” ist meist wenig kreativ und schon gar nicht glaubwürdig – vor allem wenn man nicht angerufen hat. Kommt man trotzdem dran, will der Personaler oder die Personalerin das Gespräch schnell durchführen um die “verlorene” Zeit aufzuholen, was zu einem Husch-Pfusch-Termin führt, der einen schalen Eindruck bei beiden Parteien hinterlässt.

Zu früh kommen ist genauso schlimm

Wer zu früh zum Termin kommt, macht es nicht besser. Man setzt die Personaler*innen unter Druck. Sie müssen sich schneller vorbereiten oder den laufenden Termin schneller abarbeiten um den/die Bewerber*in nicht allzu lang warten zu lassen. Schließlich sind Bewerber*innen ja mit Glacéhandschuhen anzupacken. Besonders bei Fachkräften gilt: Man will ja keinen potenziellen Kandidaten verschrecken.

Als Bewerber*in signalisieren Sie jedoch, dass Sie den ganzen Tag viel Leerlauf hatten und sich nicht wirklich einteilen können. Auch wenn Sie auf Jobsuche sind, sollten Sie die Termine möglichst präzise einhalten. Noch schlimmer ist es, einfach mal reinzuschneien. Das geht vielleicht bei Personaldienstleister*innen mit einem Erdgeschossbüro, aber sobald Sie klingeln und eine Stiege benutzen müssen, sollten Sie den Termin vorher fixieren.

Zu früh kommen, hat jedoch auch einige Vorteile, wenn die Zeit richtig genutzt wird. Wenn Sie zu früh dran sind, können Sie in Ruhe noch einmal über die Firma recherchieren (im Auto oder in einem Kaffee ums Eck). Handy oder Tablet sind einfach hilfreiche Werkzeuge. Sie gehen dann ohne Stress in den Termin, weil Sie ja schon vor Ort sind – auch der Angstschweiß kann dadurch ein wenig abgewendet werden.

Zeit totschlagen mit Tschick

Bitte schlagen Sie die Zeit bis zum Termin NICHT mit einigen Zigaretten tot. Da es immer mehr Nichtraucher*innen gibt und die meisten Büros eine reine Nichtraucherumgebung sind, kann Zigarettenqualm schon mal negativ bis abturnend wirken.

Ein weiterer Nachteil. Durch das lange Warten im Vorzimmer geben Sie ungewollt viele Informationen preis. Sie werden mit Sicherheit beobachtet. Jede Regung, jedes Nasebohren wird vom Empfang dann wahrscheinlich registriert und im schlimmsten Fall sogar dokumentiert. Lassen sie es nicht dazu kommen. Sie zeigen ebenso, dass Sie Ihr Zeitmanagement nicht unbedingt im Griff haben. Desweiteren werden viele von uns – je länger sie warten müssen – nervöser.

Auch die Entschuldigung, dass Sie “immer zu früh dran sind oder dass sie lieber zu früh als zu spät kommen” mag zwar richtig sein, ist jedoch wenig hilfreich. Sie könnten aber auch einmal eine Replique à la Mittermeier bekommen und diesen Einstieg wünschen Sie sich für kein Bewerbungsgespräch der Welt.

Und jetzt noch einmal … Michael Mittermeier zum Genießen

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