COVID 19: Petition #zulagefuerhelden gestartet

Die Petition #zulagefuerhelden fordert eine Gefahren- resp. Erschwerniszulage für sogenannte Systemerhalter*innen

Um 18.00 Uhr wird geklatscht, immer wieder werden Blumen und Geschenke überreicht und ein verbales Dankeschön geht sich meist auch noch aus. Darüber hinaus soll es für die Bediensteten im Handel eine Prämie geben – steuerfrei; dies wurde vom Finanzminister zugesichert und vom Parlament am 04. April 2020 abgesegnet.

Eine Petition geht noch weiter…

Systemerhalter*innen – wie Mitarbeiter*innen im Lebensmittelhandel, Menschen in der Pflege und in den Spitälern etc. – die jetzt schon bald vier Wochen voll eingesetzt sind, hätten sich jedoch mehr verdient als Applaus, Trinkgeld und eine kleine Prämie.

Aus diesem Grund wurde eine Petition ins Leben gerufen. Ziel ist es, den Systemerhalter*innen und ihren Angehörigen nicht nur gut gemeinte “Heldenzurufe” und andere Goodys zukommen zu lassen, sondern eine echte Erschwernis- und Gefahrenzulage für alle Menschen, die ihre Gesundheit derzeit riskieren zum Wohle der Allgemeinheit. Solche Erschwernis- und Gefahrenzulagen sind in etlichen Kollektivverträgen verankert und somit nichts Neues. Zumal das Arbeiten mit Maske und Handschuhen und allgemein das erhöhte Risiko einer Ansteckung würden eine derartige befristete Zulage rechtfertigen. Die Zulage sollte, so der Initiator der Petition rückwirkend bis zum 16. März an all jene ergehen, die das System aufrecht erhalten. Das Spannende: Die Forderungen beziehen auch die unmittelbaren Angehörigen mit ein.

Logo der Initiative

Weitreichende Forderungen

Zuschlag statt Prämien ist das Motto der Petition. Dieser Zuschlag ist mit 100% auf die geleistete Arbeitsstunde pro Arbeitnehmer*in angesetzt. Wenn also jemand 13,65 Euro brutto verdient würde der Zuschlag ebenso 13,65 Euro ausmachen. Zusätzlich fordert die Petition einen Zuschlag von weiteren 100 % für nahe Angehörige (Beispiel: Handelsangestellte mit Ehemann und einem Sohn im gemeinsamen Haushalt wären dann 300% Zuschlag auszuzahlen). Die Forderung, dass sich je nach Anzahl der Angehörigen die Zulagen um jeweils weitere 100 Prozent erhöhen sollen, erscheint auf den ersten Blick nur sehr schwer vorstellbar. Aber vor dem 16. März erschienen uns über 100.000 Arbeitslose in einer Wochen auch nur schwer vorstellbar.

Formal nicht umsetzbar?

Die formale Umsetzung wäre absolut möglich, da “der arbeitsrechtliche Anspruch auf derartige Zulagen (…) in lohngestaltenden Vorschriften, wie z. B. im Gesetz, im Kollektivvertrag, in einer Betriebsvereinbarung oder im Dienstvertrag, geregelt [zu sein hat]. Hat nun ein Dienstnehmer Anspruch darauf, so sind die Zulagen unter bestimmten Voraussetzungen in das regelmäßige Entgelt einzubeziehen (z. B. Kranken-, Urlaubs- und Feiertagsentgelt).” Soweit die Information der Krankenkasse. Es könnte also der Gesetzgeber die Forderung umsetzen.

Übertrieben?

Besondere Zeiten scheinen besondere Maßnahmen zu verlangen. Außerdem ist mittlerweile längst ein Zwei-Fronten-Kampf losgetreten worden. Auf der einen Seite stehen jene, die das Virus aktiv bekämpfen respektive dafür sorgen, dass die Infrastruktur aufrecht bleibt. Auf der anderen Seite stehen jene, die die Maßnahmen so schnell wie möglich abschaffen wollen, um “normal” arbeiten zu können. In der Mitte sind alle, die mehr oder weniger passiv die Situation erdulden.

Die aktuellen Debatten um Zweitwohnsitze, Naherholungsabschottungen, Sortimentssperren und darüber wer zuerst wieder sein Unternehmen regulär aufsperren darf, zeigen eindrucksvoll, dass die gesellschaftliche Solidarität oft nicht über den Kundenparkplatz oder die Gemeindegrenze hinaus reicht. Da ist fast natürlich, dass auch die Arbeitnehmer*innen ihren Teil fordern…

Leisten könnte man sich das schon. Kargls Argument für seine sehr weitreichende Forderung: “Die Unternehmen, die momentan die meisten Personen diesbezüglich beschäftigen, können sich solch eine Entlohnung locker leisten. Sie sollen auch an die Zukunft denken! Denn: Geht’s dem Mitarbeiter gut, geht’s der Wirtschaft gut!

Doch zuvor ist es das Gebot der Stunde die Infektionsrate weiter deutlich zu senken.

Link zur Petition:

https://www.openpetition.eu/!zulagefuerhelden

2 Replies to “COVID 19: Petition #zulagefuerhelden gestartet”

  1. Bin Suupermarkt Marktleiterin
    Wir müssen bis 10h am tag mit Maske arbeiten bis jetzt für ein Danke am Papier!
    Berufsgruppen die mit Maske arbeiten. Sich dafür entschieden haben. Verdienen wesentlich mehr. Das der dienstgeber per good will eine prämie zahlt oder nicht ist falsch. Das gehört per Zulagen geregelt oder die lohnsteuer für diese zeit abgeschafft. Es gibt ohnehin keinen Nachwuchs im lebensmittelhandel. Wüürden hier mehr Männer beschäftigt sein gäbe es sicher schon lange eine lösung mit Geld. Mfg

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