Back from Home. Tipps und Tricks…

Die Zeit im Home Office dauert für viele von uns nun schon über zwei Monate an. Viele arbeiten wieder in den Büros, viele kehren stundenweise zurück, etliche werden erst mit dem Ende der Kurzarbeit umgestellt. Es ist ja bekannt, dass neue Sicherheitsregeln gelten, die eine reibungslose Rückkehr ins Büro erschweren. Diese Regeln sind weit verbreitet und vielfach veröffentlicht…

Aber wie kann ich das Büro wieder schmackhaft machen und trotzdem die neuen Spielregeln schnell vermitteln?

In der Facebook-Gruppe HR Austria fragte ich die Kolleg*innen aus den unterschiedlichen Bereichen nach Ihren Erfahrungen und Tips. Abgesehen von einem Link zum HR Web mit einem Onlineseminar, veranstaltet von “Great Places to Work”, bekam ich noch den Hinweis, dass bei Magenta quasi ein Onboarding stattfinden würde.

Was versteht man nun unter Onboarding?

Für Schiffs- und Flugreisende ist der Begriff des Boardings keine große Sache. Boarding ist der Prozess, der es ermöglicht, dass die Passagiere an Bord des Flugzeuges resp. des Schiffes kommen: Kontrolle des Boardingpasses, Sicherheitsscheck, Hinweis auf den reservierten Sitz oder die passende Kabine, Verstauen des Handgepäcks resp. des Gepäcks auf Schiffen etc.

Im Personalbereich

Wenn man das Unternehmen mit einem Schiff vergleicht, wird klar, worum es geht. Neue Mitarbeiter*innen sind meistens sehr motiviert und wollen sich gleich einmal beweisen und ihre Claims abstecken. Gutes Onboarding ist daher sehr wichtig, damit die Anfangseuphorie nicht gleich verpufft oder gar ins Negative umschlägt.

Zum Onboarding kann Folgendes gehören:

  • Bekanntgabe des neuen Mitarbeiters oder der neuen Mitarbeiterin
  • Vorbereiten des Arbeitsplatzes mit kleinen Goodys
  • Schnellstmögliche Integration ins Team, durch eine Vorstellrunde am ersten Arbeitstag
  • Zurseitestellen eines Buddys, der die Einarbeitung übernimmt und die neue Mitarbeiter*in mit den Arbeitsprozessen vertraut macht
  • Dies sind nur einige Möglichkeiten, wie Onboarding funktionieren kann. Jedes Unternehmen lebt dies anders.

Wie kann ein Onboarding nach der Coronazeit stattfinden:

  • Die Mitarbeiter*innen zu unterschiedlichen Tagen / Zeiten ins Büro holen
  • Begrüßung der zurückkehrenden Mitarbeiter*innen im Foyer
  • Hinweise auf die neuen Sicherheitsmaßnahmen
  • Dies kann z.B. mit Kleingruppenführungen passieren oder mit einer Schnitzelrallye durch das Haus mit den entsprechenden Aufgaben (Hände waschen, wie viele Leute dürfen mit dem Fahrstuhl fahren etc.)
  • Meeting mit einem kurzen Überblick über den aktuellen Stand des Unternehmens mit einem anschließenden Welcome-Drink (unter Einhaltung der Sicherheitsabstände, gleich einmal üben)
  • Neue Pausenregeln vorstellen, damit durchgelüftet werden kann…
  • Eigene Schilder auf den Schreibtischen mit einer lieben Botschaft: “Wir freuen uns, dass Du wieder da bist…”
  • Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Fix ist: je spielerischer, desto besser.

Aus eigener Erfahrung ist es schwierig von 0 auf 100 umzusteigen, daher kann man auch Probetage im Büro einbauen oder einen reduzierten Bürobetrieb zu Beginn einführen, was ich als ganz sinnvoll empfinde. Damit ist nicht nur das Eingewöhnen leichter, es wird damit auch gewährleistet, dass es in der Früh nicht zu einer Rush-Hour kommt.

Erster Tag im Büro nach dem Lockdown


Auch Führungskräfte brauchen ein “Welcome Back”

Folgende Tipps hält Sonja Schlömmer von Schlömmer & Partner speziell für Führungskräfte bereit. Sie ist der Meinung, dass gerade bei Führungskräften auch die ersten Wochen entscheidend sind…

1. Kaufen Sie Blumen fürs Office und kleine nette Dinge als Willkommensgruß (Tasse mit Spruch, lustige Masken) für den Schreibtisch. Stellen Sie eine „persönlich geschriebene“ Begrüßungskarte auf jeden Arbeitsplatz.

2. Beim sogenannten „Corona-Lunch“ wird im Team spielerisch geteilt, was man erlebt hat. Wie beim Spiel “Activity” darf man es allerdings nur umschreiben, per Pantomime darstellen oder malen – und die Kolleg*innen müssen raten.

3. Sammeln Sie möglichst viele positive kleine Erlebnisse und lachen Sie gemeinsam, um die Grundstimmung zu heben.

4. Führen Sie mit allen Mitarbeiter*innen ein Rückkehr Gespräch und hören Sie aktiv zu. Nehmen Sie sich Zeit für Sorgen und Frustration.

5. Machen Sie so schnell wie möglich eine Teamentwicklung, bei der das Team mitgestalten darf

Quelle Sonja Schlömmer

Team neu organisieren

Nach der technischen Rückkehr ist es vor allem für die Führungskräfte wichtig ein Feedbackmeeting abzuhalten und zu schauen, welche Vorteile das Home Office hatte und welche schlechten Gewohnheiten aus der alten Normalität durch neue bessere Routinen ersetzt werden könnten. Es ist vor allem wichtig zu begreifen, dass die Mitarbeiter*innen ein unterschiedliches Sicherheitsbedürfnis haben und viele vielleicht auch mittlerweile ganz gerne von zuhause aus arbeiten. Daher wäre es aus meiner Sicht sicherlich sinnvoll einen Workshop zu diesem Thema zu organisieren, sofern dies möglich ist.

Sie sollten verstehen, dass Ihre Mitarbeiter*innen sich teilweise zwei Monate nicht gesehen haben und sich aufgrund der Telearbeitssituation die Dynamiken mit Sicherheit verschoben haben. Vorallem war der Lockdown auch auf der persönlichen Ebene für alle ein einschneidendes Erlebnis, durch das sich die persönlichen Werte auch bei dem einen oder der anderen verschoben haben. Das Erarbeiten neuer Teamziele ist daher sicherlich auch eine wichtige Sache.

Auf jeden Fall sollten Sie auch auf einige Zeichen achten, die Ihnen verraten, dass der Lockdown zu lange dauerte. Die Liste ist nicht ganz ernst gemeint…

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