Arbeitszeitstudie von Randstad

randstad studien

Jedes Quartal erscheint eine Studie aus der Serie randstad workmonitor

Auch die Firma Randstad – spezialisiert auf Personalbereitstellung – operiert international.  2003 rief das Unternehmen den “Randstad Workmonitor” ins Leben  und deckt derzeit 34 Länder in Europa, Asien sowie Nord- und Südamerika ab. Der Randstad Workmonitor wird vierteljährlich veröffentlicht, um sowohl globale als auch lokale Trends der Arbeitsmobilität regelmäßig sichtbar zu machen. 2014 wurde der Randstad Workmonitor auch in Österreich eingeführt. Er gibt einen guten Vergleich zu Fragen des Arbeitsmarktes und der Arbeitsmarktgestaltung im internationalen Vergleich ab.

Die Studie wird über einen Online-Fragebogen durchgeführt. Befragt werden Personen im Alter von 18-65 Jahren, die mindestens 24 Stunden pro Woche einer bezahlten Erwerbstätigkeit nachgehen. Selbständige Erwerbstätige werden ausgeschlossen. Dabei wird auf eine gewisse Repräsentativität geachtet.  Die minimale Stichprobengröße liegt bei 400 Befragungen pro Land.  Das Ergebnis war eindeutig: Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen zusehends.

Die wichtigsten Details

In Österreich geben immerhin 45 Prozent der Befragten an, dass das Unternehmen sich erwarten würde, dass die Mitarbeiter/innen auch außerhalb der Arbeitszeiten zur Verfügung stünden. Hier ist Österreich noch weit vom internationalen Durchschnitt entfernt, der bei 57 Prozent liegt. Die Spitze deckt eindeutig China ab, wo 89 Prozent der Befragten diese Einschätzung teilen.

48 Prozent der österreichischen Befragten hätten auch kein Problem damit Geschäftliches in der Freizeit zu erledigen. Auch hier liegt Österreich weit unten im Ranking. Die Spitzenpositionen gehen an China und Indien. Der internationale Durchschnitt liegt bei dieser Frage bei 56 Prozent.

Immerhin 31 Prozent der Befragten in Österreich gaben an, Berufsbezogenes in den Ferien oder der Freizeit zu absolvieren, da sie weiter im Unternehmen beschäftigt bleiben wollten. Anders formuliert 31 Prozent der Befragten sahen in der außertourlichen Arbeit einen Schritt in der Arbeitsplatzsicherung. Der internationale Schnitt liegt hier bei 39 Prozent, wobei Indien mit 75 Prozent ein absoluter Ausreißer nach oben darstellt.

Das Ganze ist keine Einbahnstraße. Immerhin gaben über 64 Prozent der internationalen Befragten an, sich mit privaten Themen während der Arbeitszeit zu beschäftigen. In Österreich lag dieser Wert bei 60 Prozent. Die Arbeitskultur scheint diesbezüglich in Hong Kong eine sehr eigenen zu sein. Immerin 88 Prozent gaben zu sich mit privaten Dingen während der Arbeitszeit zu beschäftigen. Spannenderweise sind es die Griech/innen, die am wenigsten während der Arbeitszeit mit privaten Dingen zu tun haben (47 Prozent).

Dieses Verschwimmen der Grenzen zwischen Arbeitszeit und Freizeit erklärt Randstad wie folgt:

“Die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit verschwimmen immer mehr. Dieser Trend hat mit der zunehmenden Popularität von flexiblen Arbeitszeit-Modellen begonnen und wurde durch Smartphones und Tablets noch deutlich verstärkt. Wir sind heutzutage überall und jederzeit erreichbar. Ob per Telefon oder E-Mail, im Garten, in der U-Bahn oder im Supermarkt”, verdeutlicht Michael Wottawa, Managing Director von Randstad Austria.

Fluktuation – nicht in Luxemburg

Die Luxemburger/innen scheinen besonders treue Seelen zu sein, was den Arbeitsplatz betrifft (wieso überrascht mich das nicht?). 93 Prozent der Befragten gaben an den Arbeitsplatz innerhalb der 6 letzten Monate nicht gewechselt zu haben. In Österreich waren es immerhin noch 82 Prozent. Auch hier belegen die asiastischen Staaten die Spitzenplätze. In Indien gaben 51 Prozent der Befragten zu, ihren Job gewechselt zu haben; gefolgt von China, Malaysia und Hong Kong (das hier als eigenes Land behandelt wird, obwohl ja nominell zu China gehörend). Indien und Malaysia sind auch jene Länder, in denen die meisten über einen Jobwechsel nachdenken. Die wenigsten Wechselgelüste haben die Österreicher/innen, die Luxemburger/innen, die Tschech/innen und die Portugies/innen. Da wundert es nicht, dass Österreich bei der Jobzufriedenheit international an 5. Stelle liegt. Dass Jobzufriedenheit und Wechselwunsch sich nicht ausschließen müssen, zeigt das Beispiel Indien. 83 Prozent der Inder/innen erklärten sich mit ihrem Job zufrieden, obwohl Indien eine vergleichsweise hohe Fluktuation aufweist.

Die Studie von Randstad belegt eindrucksvoll, dass der Arbeitsmarkt in Asien wesentlich mehr in Bewegung ist als in Europa. Allerdings ist es auch ein bisschen das Vergleichen von Äpfeln und Birnen, da Arbeitsmärkte in Europa doch etwas anders funktionieren als in Asien – schon allein aus sozialpolitischer Sicht. Trotzdem zeigt die Studie überraschende Ergebnisse – so kann der Zusammenhang zwischen Fluktuation und Jobunzufriedenheit nicht bestätigt werden. Er könnte auch etwas mit Chancen und Verbesserung der eigenen Situation zu tun haben. leider geht die Studie nicht auf qualitative Fragen ein.

Link:

http://www.randstad.com/press/research-reports/

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