Arbeitsklima-Index der AKOÖ: Die Party ist vorbei

Am 03. Juli präsentierte die AKOÖ die Sonderauswärtung des Arbeitsklimaindexes. Das Fazit lautet: Die Party und die gute Stimmung am Arbeitsmarkt ist vorbei.

Vor dem Lockdown zeigten sich die Oberösterreicher*innen in der Studie, die von IFES / Sora durchgeführt wird, besonders optimistisch, was die Entwicklung des Arbeitsmarktes betrifft.

2019 offenbarten immerhin 83 Prozent der Befragten ihren Optimismus die wirtschaftliche Entwicklung des Landes betreffend. Die Oberösterreicher*innen konnten als besonders optimistisch eingeschätzt werden. Die Werte lagen zwölf Prozentpunkte höher als die in den anderen Bundesländern.

88 Prozent der Befragten glaubten, dass die Arbeitsplätze sicher seien (um 20 Prozentpunkte mehr als in Restösterreich) und 63 Prozent der Befragten, zeigten sich zuversichtlich, schnell einen neuen Job zu finden. In den acht anderen Bundesländern waren es nur 49 Prozent.

Gute Stimmung – trotz erster negativer Anzeichen

Diese durchaus positive Stimmung stand im Gegensatz zur realen Entwicklung der Wirtschaft. 2019 kamen die oberösterreichischen Beschäftigten zusehends unter Druck, wenn es darum ging, mit ihrem Einkommen auszukommen. Immer mehr Arbeitsnehmer*innen gaben an, nicht mehr gut von ihrem Gehalt leben zu können (52 Prozent im Gegensatz zu 60 Prozent in den Jahren zuvor). Die negative Tendenz war steigend und da war von einem Lockdown und Massenarbeitslosigkeit noch keine Rede.

Coronakrise = Arbeitsmarktkrise

Corona veränderte auch in Oberösterreich alles. Starke Zuwächse bei der Arbeitslosigkeit, sehr viele Mitarbeiter*innen in Kurzarbeit – diese Umstände ließen die durchaus positive Arbeitsmarktstimmung aus dem Jahr 2019 verblassen.

Die Arbeitslosenzahlen konnten sich im Juni wieder stabilisieren und bewegen sich langsam aber sicher wieder auf den Stand vor der Krise zu. Im Juni waren laut Studie 45.425 Menschen in OÖ arbeitslos gemeldet. Im Jänner waren es 43.789 Menschen. Allerdings befinden sich noch über 190.000 Menschen in Kurzarbeit. Daher verwundern uns folgende Werte nicht: 77 Prozent der oberösterreichischen Beschäftigten glauben, dass die Krise den Arbeitsmarkt dauerhaft verändern wird. 21 Prozent sagen, die Krise gefährde ihre Existenz. Bei diesem Wert befindet man sich in guter Gesellschaft: Österreichweit sind es 22 Prozent, die diese Meinung vertreten.

Man kann also sagen: Die Party ist vorbei. Die gute Stimmung ist – coronabedingt – verflogen.


Link zur Studie

https://ooe.arbeiterkammer.at/service/presse/PKU_2020-07-03-Oesterreichischer_Arbeitsklima_Index.pdf


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Korbinian hätte sich wohl andere Zahlen gewünscht!

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