Rekrutieren im AMS-Kurskontext

Rekrutierungsevents sind eine aufwändige, jedoch tolle Sache, wenn es um die Auswahl von zukünftigen Mitarbeiter*innen geht. Die JOBBERIE möchte nun einige Rekrutierungsevents vorstellen, die besonders interessant waren. Dabei sollen eigene und mittelbare Erfahrungen einfließen. In diesem Beispiel fasse ich meine Erfahrungen mit Schulungsinstituten aus dem AMS-Kontext zusammen…


Unternehmen aus der Erwachsenenbildung, die im Auftrag des österreichischen Arbeitsmarktservices (AMS) arbeiten, bieten verstärkt die Möglichkeit von so genannten Firmenpräsentationen oder Firmenvorträgen an. Dabei handelt es sich um Recruitingveranstaltungen in den Räumlichkeiten der jeweiligen Schulungsinstitute. Der Ablauf ist meistens sehr ähnlich – egal von welchem Institut Sie als Unternehmen eingeladen werden. Der Erfolg dieser Veranstaltungen kann sehr hoch sein, wenn die richtigen Faktoren zusammen treffen.

Schritt 1 – die Kontaktaufnahme

Sie machen sich mit einem so genannten “Betriebskontakter” oder einer “Betriebskontakterin” einen Termin aus. Die Bezeichnung Betriebskontakter*in ist sehr spezifisch für den AMS-Kontext und bezeichnet jene Mitarbeiter*innen, die für die Akquise von Stellenangeboten für das Schulungsunternehmen und die unterschiedlichen Kurse zuständig sind. Der Termin findet im Gebäude des Seminarveranstalters statt und ist formattechnisch meistens ein Frontalvortrag.

Schritt 2: Der Vortrag

Sie besuchen zum vereinbarten Termin das Schulungsinstitut. Es empfiehlt sich ein zwei Tage vorher nachzufragen, wie viele Interessent*innen / Jobsuchende sich beim Vortrag einfinden werden. Dies ist wichtig, um Ihren Vortrag gut vorbereiten und  gut timen zu können.

Der Vortrag läuft meist mit Power Point-Unterstützung und ist ziemlich frontal. Nach einer kurzen Einleitung seitens eines Mitarbeiters des Schulungsinstituts sind Sie dran. Präsentieren Sie Ihr Unternehmen kurz und knackig. Kommen Sie schnell zu den Jobs. Wenn Sie aus der Personaldienstleistungsbranche kommen, seien Sie auf kritische Fragen gefasst.

Schritt 3: Die Fragerunde

Bei meinen Vorträgen lasse ich Fragen auch während des Vortrages zu. Das lockert die Stimmung und löst die Frontalsituation ein wenig positiv auf. Wenn Sie als Recruiter*in nicht gerne vor größeren Menschengruppen sprechen und Sie fürchten, dass Sie den roten Faden verlieren, dann vertagen Sie die Fragerunde ans Ende des Impulsvortrags. Aber vergessen Sie dies nicht gleich zu sagen. Das ist absolut wichtig… Lassen Sie sich nicht auf Grundsatzdiskussionen ein zu Kollektivvertrag, Bezahlung, Zeitarbeit etc. ein.

Schritt 4: Kurze Pause und Interviews

Hier gibt es unterschiedliche Modelle. Aus Zeitgründen gibt es Kolleg*innen, die lediglich Lebensläufe und Unterlagen einsammeln und dann Vorstellungstermine separat im eigenen Unternehmen ausmachen. Es besteht aber auch die Möglichkeit in kurzen Interviews einzeln mit den Bewerber*innen zu sprechen. Sie sollten jedoch auf keinen Fall einen sturen Fragebogen durchziehen, sondern eher die Motivation und die Wünsche der Bewerber*innen hinterfragen. Die Lebensläufe bekommen sie zusätzlich.

Schritt 5: Verabschiedung

Holen Sie sich Feedback von den Veranstalter*innen. Nehmen Sie Hinweise auf. Geben Sie auch Feedback und vereinbaren Sie – sollte es für Sie halbwegs gepasst haben – den nächsten Termin, da Sie hier die Möglichkeit haben sehr schnell zu rekrutieren.

Schritt 6: Die eigentlichen Interviews

Sie haben sich schon ein erstes Bild von den Bewerber*innen beim ersten Termin machen können. Setzen Sie jetzt zum zweiten Schritt an und laden jene ein, die für Sie interessant sind. Alle anderen sagen Sie natürlich höflich ab. Dieser Doppelschritt (kurzes Interview nach dem Vortrag und separates Interview im eigenen Haus) empfiehlt sich durchaus um auch die Motivation der Kandidat*innen zu testen.

Schritt 8: Erfolgsauswertung

Einmal ist keinmal. Sollte eine derartige Veranstaltung nicht sofort den gewünschten Erfolg bringen, geben Sie sich und dem kooperierenden Schulungsunternehmen eine zweite Chane. Nach dem ersten Vortrag kennt man sich besser und man weiß, was man vom anderen erwarten kann. Ihre Erwartungen sollten natütlich angemessen sein. Sie werden bei einem derartigen “Firmenvortrag” kaum Führungskräfte und Spitzenmanager*innen rekrutieren. Gute bis sehr gute Hilfskräfte und Menschen mit Lehrabschluss sind durchaus anzutreffen. Ich selbst habe bei meinem letzten “Firmenvortrag” 13 Lebensläufe mitgenommen von denen die Häfte durchaus einsetzbar war. Ich konnte einige Lebensläufe an meine Kolleg*innen abgeben, da ich selbst in diesen Bereichen nicht rekrutiere. Ein Kandidat war ein “prospective” da er sich noch in Ausbildung befand. Das war für einen ersten Vortrag gar nicht so schlecht…

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